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21. September 2017

SCHMOLZ + BICKENBACH erhöht Jahresausblick nach einem soliden zweiten Quartal

  • Absatzmenge in Q2 2017 aufgrund anhaltend robuster Nachfrage in den meisten Produktgruppen, Endmärkten und Regionen annähernd stabil verglichen mit Q2 2016
  • Durchschnittlicher Verkaufspreis pro Tonne auf EUR 1 489 gestiegen, um 13,3% von EUR 1 314 in Q2 2016 und um 2,9% von EUR 1 447 in Q1 2017
  • Bereinigtes EBITDA bei EUR 69,6 Millionen, verglichen mit EUR 52,5 Millionen in Q2 2016; bereinigte EBITDA-Marge auf 9.9% von 8.5% in Q2 2016 gestiegen
  • Positiver Free Cash Flow von EUR 7,1 Millionen und leicht höhere Nettoverschuldung von EUR 472,4 Millionen gegenüber EUR 469,8 Millionen zum Ende Q1 2017
  • Jahresausblick 2017 angehoben: SCHMOLZ + BICKENBACH erwartet ein bereinigtes EBITDA zwischen EUR 200 Millionen – EUR 220 Millionen

 

CEO Clemens Iller kommentiert: „Die besseren Marktbedingungen der ersten drei Monate des Jahres haben sich im zweiten Quartal fortgesetzt. Unterstützt von den positiven Auswirkungen der internen Verbesserungsinitiativen, haben wir dank der guten Nachfrage aus unseren wichtigsten Kundenindustrien ein Quartalsergebnis auf Höhe des starken ersten Quartals erzielt. Obwohl sich die Geschäftsaktivitäten nun saisonal bedingt beruhigen werden, glauben wir nicht, dass sich die Marktbedingungen trotz erheblicher politischer und makroökonomischer Unsicherheiten signifikant verschlechtern werden. Aus diesem Grund haben wir unseren Jahresausblick 2017 angehoben. In der zweiten Jahreshälfte werden wir den Fokus auf den Abschluss der Restrukturierungsmassnahmen in Deutschland und Skandinavien richten, um die Ertragskraft unserer Gruppe weiter zu stärken.”

 

Finanzkennzahlen

 

 

 

Einheit

H1 2017

H1 2016

+/- (%)

Q2 2017

Q2 2016

+/- (%)

Absatzmenge

Kilotonnen

959

932

2,9

470

471

–0,2

Umsatz

EUR Mio.

1 407,4

1 222,3

15,1

699,8

618,7

13,1

Bereinigtes EBITDA

EUR Mio.

136,2

77,5

75,7

69,6

52,5

32,6

EBITDA

EUR Mio.

134,0

71,5

87,4

67,7

49,6

36,5

Bereinigte EBITDA-Marge

%

9,7

6,3

3,4

9,9

8,5

1,4

EBITDA-Marge

%

9,5

5,8

3,7

9,7

8,0

1,7

Betriebliches Ergebnis (EBIT)

EUR Mio.

70,6

11,1

k.A.

36,0

19,4

85,6

Ergebnis vor Steuern (EBT)

EUR Mio.

41,3

–11,7

k.A.

13,9

7,9

75,9

Konzernergebnis (EAT)

EUR Mio.

26,5

–22,0

k.A.

10,0

2,4

k.A.

Free Cash Flow

EUR Mio.

–24,3

25,6

k.A.

7,1

38,9

–81,7

Ergebnis pro Aktie 1)

EUR/CHF

0,03/0,03

–0,02/–0,02

0,01/0,01

0,00/0,00

           

 

 

 

30.06.17

         31.12.16

31.03.17

Nettofinanzverbindlichkeiten

EUR Mio.

472,4

420,0

469,8

Mitarbeiter zum Stichtag

Anzahl

8 894

8 877

8 889

1) Ergebnis pro Aktie basiert auf dem Konzernergebnis nach Abzug der den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss zustehenden Ergebnisanteilen

 

Luzern, 11. August 2017 – SCHMOLZ + BICKENBACH, ein weltweit führendes Unternehmen für Speziallang­stahl, meldete heute stabile Absatzmengen von 470 Kilotonnen im Vergleich zu 471 Kilotonnen im Vorjahres­quartal. Einhergehend mit deutlich höheren durchschnittlichen Verkaufspreisen erzielte der Konzern einen Umsatz von EUR 699,8 Millionen, was einem Zuwachs von 13.1% verglichen mit einem Umsatz von EUR 618,7 Millionen im zweiten Quartal 2016 entspricht. Ein höherer Umsatz zusammen mit den positiven Effekten aus den internen Verbesserungsinitiativen führte zu einem bereinigten EBITDA von EUR 69,6 Millionen. Dies bedeutet einen Anstieg um 32,6% gegenüber den vor einem Jahr erreichten EUR 52,5 Millionen. Die dazugehörige Marge konnte auf 9,9% nach 8,5% in der entsprechenden Vorjahresperiode gesteigert werden. Das EBITDA lag bei EUR 67,7 Millionen, was auf einen wesentlich niedrigeren Restrukturierungsaufwand als vor einem Jahr zurückzuführen war.

 

Nach einem guten Start ins Jahr 2017 blieb das Marktumfeld im zweiten Quartal stabil, mit einer Nachfrage, welche verglichen mit den beiden Vorjahren auf normalerem Niveau war. Die Absatzmengen waren niedriger als im ersten Quartal, begründet durch Lageraufbaueffekte vorrangig in den ersten drei Monaten. Während die Rohmaterialkosten vor allem für Nickel leicht sanken, stiegen die durchschnittlichen Verkaufspreise pro Tonne um 2,9% auf EUR 1 489 von EUR 1 447 im ersten Quartal. Im Vergleich zum Vorjahresquartal waren die Verkaufspreise um 13,3% höher. Dies war vor allem das Ergebnis erfolgreicher Vertragsverhandlungen im vierten Quartal 2016 mit Preisanhebungen in allen Produktgruppen. Verstärkt wurde dies durch einen verbesserten Produktmix.

 

Ähnlich wie im ersten Quartal blieb die Nachfrage in zahlreichen Kundenindustrien robust. Die Automobilindustrie in Europa und in China wie auch der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland zeigten sich von ihrer starken Seite. Dies unterstreicht die aktuelle Wachstumsdynamik der Wirtschaft in Europa, die zusätzlich von steigendem Optimismus hinsichtlich der Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte profitiert. In der Öl- und Gasindustrie setzte sich die Nachfrageerholung trotz niedriger Ölpreise langsam fort.

 

Alle Regionen trugen zum Umsatzwachstum im zweiten Quartal bei. Der Umsatz in der Region Amerika stieg um 26,5%, getrieben von einer leichten Erholung in der Öl- und Gasindustrie von extrem niedrigen Niveaus in der Vorjahresperiode. In Europa wurde ein Umsatzwachstum von 11,4% erzielt, da sich die Wirtschaftserholung der letzten Quartale in den meisten Ländern der Eurozone fortsetzte. In der Region Afrika/Asien/Australien blieb das Wachstum ebenfalls solide, dies hauptsächlich wegen eines Umsatzzuwachses von 26,2% in China. Im Gegensatz dazu wurde in Indien eine Abkühlung beobachtet und der Umsatz stieg um nur 2,0%. In Summe führte dies zu einem Umsatzwachstum von 9,2% in Afrika/Asien/Australien.

 

Analog zu den ersten drei Monaten stieg der Umsatz im Vorjahresvergleich in allen drei Produktgruppen. Die gute Nachfrage aus der Automobilindustrie führte zu einem Umsatzanstieg in der Gruppe rost-, säure- und hitzebeständiger Stahl (RSH-Stahl) um 15,6% auf EUR 271,3 Millionen. Im Vergleich zum ersten Quartal 2017 war jedoch ein Umsatzrückgang um EUR 12,7 Millionen zu verzeichnen, was im Wesentlichen auf die genannten Lageraufbauaktivitäten im Zuge niedriger Lagerbestände in einigen Kundenindustrien im ersten Quartal zurückzuführen war. Beim Qualitäts- und Edelbaustahl konnte mit einem Plus von 14,3% auf EUR 299,0 Millionen ebenfalls zweistelliges Wachstum im Jahresvergleich verzeichnet werden. Im Vergleich zum ersten Quartal waren in dieser Produktgruppe die Absatzmengen zwar niedriger, was aber mit höheren Preisen überkompensiert werden konnte. Werkzeugstahl wuchs weit weniger dynamisch, erzielte aber dennoch einen Umsatzanstieg um 4,8% auf EUR 111,2 Millionen im Vergleich zur Vorjahresperiode.

 

Der Konzern erzielte ein bereinigtes EBITDA von EUR 69,6 Millionen, verglichen mit EUR 52,5 Millionen im zweiten Quartal 2016. Die entsprechende Marge konnte auf 9,9% von 8,5% in der Vorjahresperiode verbessert werden. Der Anstieg war getrieben von höheren Verkaufspreisen, welche die gegenläufigen Auswirkungen höherer Rohmaterial- und Personalkosten sowie anderer betrieblicher Aufwendungen überkompensierten. Das EBITDA wurde unterstützt von positiven Einmaleffekten von insgesamt EUR 5,8 Millionen aus einem Warenlagerverkauf sowie der erneuten Senkung des Rentenumwandlungssatzes in der Schweiz. Von den für 2017 angestrebten EUR 28 Millionen permanenten Kostensenkungen aus dem Leistungsverbesserungsprogramm wurden im zweiten Quartal EUR 7,4 Millionen realisiert, was die Summe für das erste Halbjahr auf EUR 18,0 Millionen bringt. Die Einmalaufwendungen für Restrukturierungsmassnahmen, welche zur Berechnung des bereinigten EBITDA führen, beliefen sich auf EUR 1,9 Millionen im zweiten Quartal. Das unbereinigte EBITDA belief sich somit auf EUR 67,7 Millionen im Vergleich zu EUR 49,6 Millionen vor einem Jahr, die entsprechende Marge 9,7% gegenüber 8,0%.

 

Das Finanzergebnis war niedriger bei EUR –22,1 Millionen gegenüber EUR –11,5 Millionen im zweiten Quartal des Vorjahres, was auf einen Bewertungsverlust im Zusammenhang mit der Realisierung des Rückkaufsrechts für die vorzeitig zurückbezahlte Anleihe in der Höhe von EUR 15,5 Millionen zurückzuführen ist. Der Bewertungsverlust wurde zum Teil kompensiert von einem Bewertungsgewinn in der Höhe von EUR 3,6 Millionen auf die Rückkaufoption der im Mai 2017 emittierten Anleihe. Die Ertragssteuern erhöhten sich aufgrund des besseren Ergebnisses auf EUR 3,9 Millionen verglichen mit EUR 2,0 Millionen im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich resultierte ein Konzerngewinn von EUR 10,0 Millionen, was über dem Konzerngewinn von EUR 2,4 Millionen im zweiten Quartal 2016 lag.

 

Nachdem der Free Cash Flow im ersten Quartal dieses Jahres ins Negative gedreht hatte, konnte im zweiten Quartal mit EUR 7,1 Millionen wieder ein positiver Free Cash Flow erwirtschaftet werden. Verglichen zum Vorjahr mit EUR 38,9 Millionen war dieser aber niedriger aufgrund eines besseren Umsatzes und daraus resultierend eines höheren Nettoumlaufvermögens mit gestiegenen Lagerbeständen, Forderungen und Verbindlichkeiten. Das Verhältnis von Nettoumlaufvermögen zu Umsatz konnte weiter gesenkt werden auf 26,9% in der Berichtsperiode gegenüber 27,8% im zweiten Quartal 2016.

 

Trotz positivem Free Cash Flow waren die Nettofinanzverbindlichkeiten zum Ende des zweiten Quartals geringfügig höher als zum Ende des ersten Quartals 2017. Die Nettofinanzverbindlichkeiten beliefen sich auf EUR 472,4 Millionen nach EUR 469,8 Millionen per Ende März 2017 und zu EUR 420 Millionen zum Jahresende 2016. Das Gearing – also das Verhältnis von Nettofinanzverbindlichkeiten zum Eigenkapital – stieg dementsprechend auf 68,7% (Ende 2016: 62,9%).

 

Ausblick 2017

 

Insgesamt erwartet SCHMOLZ + BICKENBACH nicht, dass sich die Marktbedingungen trotz erheblicher politischer und makroökonomischer Unsicherheiten signifikant verschlechtern werden.

 

Im zweiten Quartal hielt der positive Trend des ersten Quartals wie erwartet an, was sich in einer Normalisierung der Nachfrage äusserte. In den kommenden Monaten dürfte sich die Automobilindustrie weiterhin auf einem soliden Wachstumspfad bewegen während im Maschinen- und Anlagenbau eine leichte Expansion erwartet werden darf. In der Öl- und Gasindustrie dürfte sich die zögerliche Erholung der ersten sechs Monate fortsetzen. Die Preise von Schrott, Nickel und Ferrochrom haben den Höhepunkt im ersten Quartal durchschritten und sind jüngst in eine Konsolidierungsphase eingetreten. Trotz des Abschwungs im zweiten Quartal erwarten wir, dass die durchschnittlichen Rohmaterialpreise höher liegen werden als im vergangenen Geschäftsjahr.

 

Im Geschäftsjahr 2017 sind wir auf einem guten Weg, unser Ergebnis des letzten Jahres zu verbessern. Unser verhaltener Optimismus beruht auf den guten Ergebnissen des ersten Halbjahrs, den robusten Fundamentaldaten in unseren wichtigsten Kundenindustrien, einem guten Auftragsbestand und den zu erwartenden positiven Effekten aus der Umsetzung unserer internen Verbesserungsmassnahmen. Auf diesen Annahmen beruhend erhöhen wir unseren Ausblick für 2017. Neu erwarten wir ein bereinigtes EBITDA zwischen EUR 200 – 220 Millionen (bisher: zwischen EUR 160 – 200 Millionen).

 

– ENDE

 

Für weitere Informationen:

 

Dr. Ulrich Steiner, Vice President Corporate Communications & Investor Relations

Telefon +41 (0)41 581 4120

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