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9. Dezember 2015

SCHMOLZ + BICKENBACH Spezialstahl – Motor für den europäischen Technologievorsprung

Ob zur Steigerung der Wirkungsgrade im Antriebsstrang des Automobils, für die prozesssichere Förderung von Öl und Gas oder um die Dauerbelastbarkeit von Komponenten in der Luft- und Raumfahrt zu erhöhen – der Einsatz von rostfreiem Speziallangstahl ist in vielen Branchen unverzichtbar. Höchste Produkt- und Servicequalität zu möglichst geringen Kosten ist dabei die Devise. Im Spannungsfeld von weltweit steigendem Wettbewerbsdruck, Überkapazitäten sowie hohen Energie- und Umweltauflagen stehen europäische Stahlhersteller zunehmend vor neuen strategischen Herausforderungen. Als einer der international führenden Produzenten von rostfreiem Edelstahl, Werkzeugstahl und Edelbaustahl setzt die SCHMOLZ + BICKENBACH Gruppe auf die Entwicklung und Herstellung neuer anforderungsgerechter Stahllösungen. In enger Partnerschaft mit Komponenten- und Systemherstellern ermöglicht die Unternehmensgruppe zudem eine kosten- und zeiteffiziente Gestaltung der Wertschöpfungskette.

Stahlinnovationen tragen zu technologischem Fortschritt bei und sind ein wichtiges Mittel zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Europa. Speziallangstahl erlaubt eine starke Produktdifferenzierung und erfordert weitreichendes Know-how. Das sind die Voraussetzungen, um sich gegenüber Kostenführern zu behaupten. So sieht sich die europäische Stahlindustrie mit einer steigenden Anzahl vergleichsweise preisgünstiger osteuropäischer und asiatischer Importe konfrontiert. Das übt einen hohen Wettbewerbsdruck aus. Vor finanziellen Herausforderungen steht die energieintensive Stahlindustrie insbesondere auch in Deutschland: Ergebnis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sind erhebliche Kostensteigerungen. Zudem müssen Stahlhersteller nicht zuletzt durch die klimapolitisch vorgegebenen Grenzwerte für Emissionen und Immissionen in die Modernisierung bestehender Technologien investieren, um langfristig erfolgreich zu wirtschaften. Und auch die Überkapazitäten sprechen für strukturelle Anpassungen der europäischen Stahlindustrie. Die Verbesserung der Material- und Anlageneffizienz, Volumenflexibilität, kundenspezifische Forschung und Entwicklung sowie optimierte Prozessketten sind der einzige Weg für europäische Stahlhersteller, um im Wettbewerb die Nase vorn zu behalten. Durch die verkürzten Entwicklungszeiten in den Anwenderindustrien und die sich verändernden Marktsegmente gilt es außerdem, das Produktportfolio permanent anzupassen. Die SCHMOLZ + BICKENBACH Gruppe nutzt diese Chance, um ihre Position als Qualitäts- und Innovationsführer im Bereich Speziallangstahl zu festigen. 

Integrierter Stahlkonzern
SCHMOLZ + BICKENBACH zählt schon heute bei rostfreiem Spezialstahl und Werkzeugstahl zu den führenden Herstellern im globalen Markt. Bei legiertem und hochlegiertem Edelbaustahl ist der Konzern einer der zwei größten Anbieter in Europa. Die Kunden kommen hauptsächlich aus der Automobilindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Luft- und Raumfahrt, der Energiewirtschaft und aus dem Hoch- und Tiefbau. Basis für die anforderungsgerechte Herstellung von Spezialstahlprodukten sind weltweit neun eigene Stahlwerke, Verarbeitungsanlagen wie Stab- und Drahtziehereien, Blankstahlproduktionen und Einrichtungen zur Wärmebehandlung. Mit rund 9.000 Mitarbeitern sowie Distributions- und Serviceorganisationen in 35 Ländern ermöglicht das Unternehmen die weltweite technische Beratung und Versorgung seiner Kunden. Durch die globale Aufstellung ist SCHMOLZ + BICKENBACH in der Lage, flexibel auf variierende lokale Bedingungen wie Preise, Absatzmengen und Marktanforderungen zu reagieren und kundenspezifische Lösungen zu bieten.

Wettbewerbsvorteil Spezialisierung
Um sich ganz auf die Herstellung von Speziallangstahl und seine Distribution über das gruppeneigene Vertriebsnetz zu konzentrieren, hat sich SCHMOLZ + BICKENBACH strategisch neu ausgerichtet. Eine wichtige Maßnahme ist der 2015 abgeschlossene Verkauf der reinen Handelsgesellschaften in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Österreich, die überwiegend werksfremde Produkte vertrieben haben. Für einen optimalen Wissenstransfer und kurze Entscheidungswege wurden zudem relevante Aktivitäten zentralisiert: Seit Mai 2015 bündelt der Konzern seine Blankstahlbetriebe in der Steeltec Gruppe, die dadurch zu den führenden Spezialblankstahlherstellern in Europa zählt. Synergien in Produktion und Vertrieb wurden auch in Nordamerika geschaffen, wo die Tochterunternehmen Finkl & Sons, Sorel Forge und Composite Forgings unter dem Namen Finkl Steel enger zusammenarbeiten. So wurde die Position des Unternehmens als einer der weltweit führenden Anbieter für Schmiedeerzeugnisse, Kunststoffformen- und Werkzeugstahl sowie Freiformschmiedestücke gestärkt. In Frankreich hat SCHMOLZ + BICKENBACH den Vertrieb der konzerneigenen Stahlwerke vereint. Spezialstahlanwender erhalten ab sofort das ganze Produktspektrum des Konzerns aus einer Hand. Auf diese Weise baut die Unternehmensgruppe ihre Kompetenz- und Servicetiefe aus und wird dem eigenen Anspruch an Kundennähe gerecht.

Forschung + Technologie = Innovationen
Position als Innovationsführer beziehen – das setzt auch den Einsatz modernster Technologien voraus. Das 2014 in Betrieb genommene neue sekundärmetallurgische Zentrum bei den Deutschen Edelstahlwerken in Witten ist dafür das beste Beispiel. Rund 50 Millionen Euro investierte SCHMOLZ + BICKENBACH in die Technologie. Das spezielle Anlagendesign sorgt für eine Qualitätssteigerung in allen Erzeugnisgruppen, z. B. bei Duplex- und Superduplexgüten für den Offshorebereich und Kunststoffformenstahl. Höchste Reinheitsgrade im Stahl – die Voraussetzung für ein kompaktes Bauteildesign sowie Beständigkeit auch bei Belastungsspitzen im Einsatz – und die Entwicklung neuer Legierungen sind nun möglich. Zudem erfüllt die Sekundärmetallurgie die hohen Anforderungen in Bezug auf ressourcenschonende, effiziente Prozesse und den Umweltschutz. Weitere Investitionen sind geplant, um innovative Stahlsorten zu entwickeln. So wird für 2016 unter anderem die Inbetriebnahme einer hochmodernen Technologie vorbereitet, die eine signifikante Steigerung der Festigkeit von Spezialvergütungsstahl verspricht. Damit trägt SCHMOLZ + BICKENBACH der Nachfrage nach hochfesten Stahlsorten für den Automobilleichtbau Rechnung. Die permanente Weiter- und Neuentwicklung der Langstahlsorten erfolgt in Partnerschaft mit Kunden und Forschungsinstituten. Beispielsweise beteiligen sich die Konzerntöchter Deutsche Edelstahlwerke und Swiss Steel aktiv an der Initiative Massiver Leichtbau, um die Potenziale massiv umgeformter Bauteile für den Leichtbau aufzuzeigen. Ugitech, ebenfalls ein Tochterunternehmen von SCHMOLZ + BICKENBACH, verfügt über das modernste Forschungszentrum der Branche. Rund 20 Prozent des Umsatzes werden durch Produktinnovationen erreicht. Ein erklärtes Unternehmensziel ist es, das Produktportfolio alle sechs Jahre zu rund 16 Prozent zu erneuern.

Starke Stahllösungen
Zu den Spezialitäten des Konzerns zählen unter anderem die Edelstahllangprodukte der Deutschen Edelstahlwerke, wie der Thermodur® 2342. Für die Herstellung von Dornstangen für die Öl- und Gasindustrie wird der Warmarbeitsstahl als Stabmaterial in einer Länge von zehn bis 14 Metern geliefert. Dank modernster Technologien und langjähriger Erfahrung in der Stahlherstellung verfügen die Stäbe über die höchste Geradheit der Branche – die Voraussetzung für einen prozesssicheren Einsatz in der Herstellung von Nahtlosrohren. Denn diese sorgen für den verlustarmen Transfer von Flüssigkeiten und Gasen bei der Öl- und Gasförderung. Neben der Energiebranche ist auch die innovationsgetriebene Automobilindustrie ein wichtiger Abnehmer des Spezialstahls. Swiss Steel ist beispielsweise für seine bainitischen Stahlsorten bekannt, die aufgrund ihrer hervorragenden Dauerfestigkeit bei gleichzeitig guten Zähigkeitswerten von großem industriellem Interesse sind. Der neue Swissbain-7MnB8 ist für die Near-Net-Shape-Technik geeignet und trägt zu einer material- und zeiteffizienten Fertigung von Bauteilen bei, wie zum Beispiel von Verbindungselementen im PKW. Mit seinen Stahlprodukten unterstützt SCHMOLZ + BICKENBACH Systemhäuser dabei, immer leichtere Stahlkomponenten für den Antriebsstrang zu entwickeln, um das Fahrzeuggewicht, den Verbrauch sowie die CO2-Emissionen zu reduzieren. Aber auch der zuverlässige Betrieb sicherheitsrelevanter Technologien wird erst durch innovativen Speziallangstahl möglich. Der hochfeste Blankstahl HSX® 90 von Steeltec verfügt über ein homogenes und sehr reines Gefüge. Damit sorgt er zuverlässig dafür, dass die Airbag-Hülse innerhalb kürzester Zeit verschweißt werden kann, damit das eingebrachte Treibmittel nicht entweicht. Zugleich hält der Spezialstahl bis zum Auslösen des Airbags enormem Druck stand. Exzellente Reinheit zeichnet auch den neuen Kunststoffformenstahl SF-2000® LQ40 von Finkl Steel aus. Dadurch ist er hochglanzpolierfähig: Scheinwerferlinsen erhalten eine glasklare Oberfläche und sind dauerhaft in hoher Qualität reproduzierbar.

Effiziente Weiterverarbeitung
Neben der Bauteilqualität spielt für Stahlverarbeiter auch die Produktivität eine große Rolle. Mit den zerspanungsverbesserten UGIMA®-Edelstahlsorten ist Ugitech weltweit Pionier: Durch gezielt eingestellte Oxideinschlüsse sind die Güten sehr gut zerspanbar und verfügen gleichzeitig über hervorragende mechanische Eigenschaften. Das Resultat: beste Oberflächenqualität am Bauteil und ein markanter Produktivitätsgewinn in der Fertigung – relevant unter anderem für die kosteneffiziente Fertigung von Präzisionsteilen, wie technischen Komponenten von Uhren und filigranen Achsen für Dentalbohrer. So ermöglicht die neuste Stahlsorte UGIMA® 4598 eine nahezu verdoppelte Produktivität beim Schruppen im Vergleich zum Standardstahl 1.4404. Dank modernster Qualitätssicherungssysteme wie der automatischen Prozessüberwachung und der zerstörungsfreien Materialprüfung erzielt SCHMOLZ + BICKENBACH außerdem die beste technisch realisierbare Werkstoffqualität. Und das Entwicklungspotenzial von Speziallangstahl ist längst nicht ausgeschöpft. Gemeinsam mit Kunden arbeitet SCHMOLZ + BICKENBACH weiter daran, Prozesse effizienter zu gestalten und neue Standards für Hightechprodukte zu setzen.

Über den Autor
Seit dem 1. April 2014 leitet Clemens Iller als CEO (Chief Executive Officer) die SCHMOLZ + BICKENBACH AG. Clemens Iller blickt auf eine langjährige, erfolgreiche Karriere in der Stahlindustrie zurück. Seit 1999 bekleidete er mehrere verantwortliche Positionen bei der ThyssenKrupp Stahl AG. Von 2009 bis Ende 2012 leitete er als Vorsitzender des Bereichsvorstands die Business Area Stainless Global/Inoxum der börsennotierten deutschen ThyssenKrupp AG sowie als Vorsitzender des Vorstandes die ThyssenKrupp Nirosta GmbH.


Bild 1: Clemens Iller, CEO der SCHMOLZ + BICKENBACH AG
Bild 2: Elektrolichtbogenofen, © Swiss Steel
Bild 3:  Stahlproduktion, © SCHMOLZ + BICKENBACH
Bild 4: Stranggießanlage, © Swiss Steel
Bild 5: Blankstahlzieherei, © Steeltec Gruppe
Bild 6: Dornstangen, © Deutsche Edelstahlwerke
Bild 7: Verschluss- und Verbindungsteile aus Edelstahl für die Öl- und Gasförderung, © Ugitech
Bild 8: Antriebswelle aus Spezialstahl, © SCHMOLZ + BICKENBACH

Über SCHMOLZ + BICKENBACH
Die SCHMOLZ + BICKENBACH Gruppe ist heute einer der führenden Anbieter individueller Lösungen im Bereich Spezialstahl-Langprodukte weltweit. Sowohl bei Werkzeugstahl als auch bei rostfreiem Langstahl zählt der Konzern zu den führenden Herstellern im globalen Markt und gehört zu den beiden grössten Unternehmen in Europa für legierten und hochlegierten Edelbaustahl. Mit rund 9.000 Mitarbeitern und eigenen Produktions- und Distributionsgesellschaften in 35 Ländern auf fünf Kontinenten gewährleistet das Unternehmen die globale Betreuung und Versorgung seiner Kunden und bietet ihnen weltweit ein komplettes Portfolio aus Produktion und Sales & Services. Sie profitieren von der technologischen Expertise des Unternehmens, der weltweit konstant hohen Produktqualität sowie der detaillierten Kenntnis lokaler Märkte.

Unternehmenskontakt
Dr. Ulrich Steiner • SCHMOLZ + BICKENBACH
Telefon: +41 (0) 41 581-4120
E-Mail: E-Mail senden
Internet: www.schmolz-bickenbach.com

Pressekontakt Agentur
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