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7. August 2019

SCHMOLZ + BICKENBACH von schwachem Marktumfeld gebremst

  • Absatzmenge in Q2 2019 mit 486 Kilotonnen niedriger als im Vorjahresquartal mit 580 Kilotonnen wegen ausgeprägtem Nachfragerückgang aus der Automobilindustrie und verlangsamtem Wirtschaftswachstum
  • Bereinigtes EBITDA mit EUR 40,5 Mio. geringer als in Q2 2018 mit EUR 84,9 Mio.
  • Positiver Free Cash Flow von EUR 59,2 Mio. aufgrund Abbau von Lagerbeständen, verglichen mit EUR –68,2 Mio. in Q2 2018
  • Nettoverschuldung mit EUR 709 Mio. um EUR 43 Mio. niedriger als zum Ende von Q1 2019 mit EUR 752 Mio., dank erfolgreicher Anpassung des Nettoumlaufvermögens
  • Ausblick 2019: SCHMOLZ + BICKENBACH erwartet ein bereinigtes EBITDA zwischen EUR 130 Mio. und EUR 170 Mio.

 

CEO Clemens Iller sagte: „Die graduelle Normalisierung der Nachfrage aus den Endmärkten hat entgegen unseren Erwartungen im zweiten Quartal nicht eingesetzt. Ungelöste Handelskonflikte und politische Unsicherheiten prägten das Geschehen und führten zu einem verlangsamten Wachstum in den Absatzmärkten. Am stärksten davon betroffen war die Automobilindustrie, in welcher die Nachfrage auf anhaltend niedrigem Stand verharrte. Nach wie vor fehlen klare Anzeichen für eine rasche Belebung des Geschäfts, so dass wir mit einer breit abgestützten Erholung nicht vor Jahresende rechnen. In der aktuell ungünstigen Marktlage haben wir weitere Massnahmen ergriffen, um die nachteiligen Einflüsse auf die Gruppe so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig halten wir jedoch an unseren strategischen Investitionen fest, um für einen möglichen Wirtschaftsaufschwung in den kommenden Monaten bereit zu sein.“

 

Finanzkennzahlen

 

Einheit

H1 2019

H1 2018 1)

Δ in %

Q2 2019

Q2 2018

Δ in %

 

 

 

 

 

 

 

 

Absatzmenge

Kilotonnen

1'037

1'125

– 7,8

486

580

– 16,2

Umsatz

Mio. EUR

1'691,7

1'737,2

– 2,6

807,6

908,3

– 11,1

Durchschnittlicher Verkaufspreis

EUR/t

1'631

1'544

5,6

1'662

1'566

6,1

Bereinigtes EBITDA

Mio. EUR

82,8

155,2

– 46,6

40,5

84,9

– 52,3

EBITDA

Mio. EUR

66,8

184,9

– 63,9

28,0

81,8

– 65,8

Bereinigte EBITDA-Marge

%

4,9

8,9

5,0

9,3

EBITDA-Marge

%

3,9

10,6

3,5

9,0

EBIT

Mio. EUR

15,6

131,0

– 88,1

2,3

55,5

– 95,9

Ergebnis vor Steuern

Mio. EUR

– 8,2

110,5

– 7,8

45,3

Konzernergebnis

Mio. EUR

– 12,9

96,1

– 13,6

37,1

Investitionen

Mio. EUR

47,7

35,9

32,9

25,1

20,8

20,7

Free Cash Flow

Mio. EUR

35,5

– 170,9

59,2

– 68,2

 

Einheit

30.6.2019

31.12.2018

Δ in %

31.3.2019

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nettoverschuldung

Mio. EUR

709,3

654,8

8,3

751,9 

 

 

Eigenkapital

Mio. EUR

670,0

707,7

– 5,3

697,7 

 

 

Verschuldungsgrad (Gearing)

%

105,9

92,5

107,8 

 

 

Nettoverschuldung/ber. EBITDA LTM (Leverage)

x

4,3

2,8

53,6

3,6 

 

 

Bilanzsumme

Mio. EUR

2'540,1

2'531,8

0,3

2'644,8 

 

 

Eigenkapitalquote

%

26,4

28,0

26,4 

 

 

Mitarbeitende zum Stichtag

Anzahl

10'415

10'486

– 0,7

10'460 

 

 

Capital Employed

Mio. EUR

1'804,8

1'739,5

3,8

1'742,7 

 

 

 

Einheit

H1 2019

H1 2018 1)

Δ in %

Q2 2019

Q2 2018

Δ in %

 

 

 

 

 

 

 

 

Konzernergebnis/Aktie 2)

EUR/CHF

– 0,01/– 0,01

0,10/0,12

– 0,01/– 0,01

0,04/0,05

Eigenkapital/Aktie 3)

EUR/CHF

0,71/0,79

0,75/0,88

0,71/0,79

0,75/0,88

Höchst-/Tiefstkurs

CHF

0,617/0,412

0,886/0,700

0,511/0,412

0,830/0,733

 

 

 

 

 

 

 

 

1) Einschliesslich Ascometal, vollkonsolidiert seit 1. Februar 2018

2) Das Konzernergebnis/Aktie basiert auf dem Ergebnis nach Abzug der den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss zustehenden Ergebnisanteile.

3) Per 30. Juni 2019 sowie per 31. Dezember 2018

 

 

Luzern, 7. August 2019 – SCHMOLZ + BICKENBACH, ein weltweit führendes Unternehmen für Speziallangstahl, hat heute um 16,2 % niedrigere Absatzmengen von 486 Kilotonnen im Vergleich zu 580 Kilotonnen im zweiten Quartal 2018 gemeldet. Der Umsatz sank mit 11,1 % proportional weniger stark auf EUR 807,6 Mio. nach EUR 908,3 Mio. im Vorjahresquartal, dies aufgrund höherer Verkaufspreise. Das bereinigte EBITDA war mit EUR 40,5 Mio. um 52,3 % niedriger als im Vorjahresquartal mit EUR 84,9 Mio. Das EBITDA belief sich auf EUR 28,0 Mio., 65,8 % weniger als im zweiten Quartal 2018 mit EUR 81,8 Mio.

 

Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal 2019

 

Auf ein herausforderndes erstes Quartal folgte ein noch anspruchsvolleres zweites Quartal. Sowohl Auftragseingang als auch Auftragsbestand in der Gruppe waren weiterhin rückläufig. Wie alle produzierenden Industrien litt auch der Stahlsektor unter den schwierigen Marktbedingungen, ausgelöst in erster Linie durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China. Zusätzlich belasteten Drohungen aus den USA zur Einführung neuer Zölle auf EU-Produkte, die Umsetzung des Brexit sowie andere globale Krisen das Vertrauen von Konsumenten und Produzenten. Im zweiten Quartal wurden in diesem Umfeld weitere Massnahmen eingeleitet, um die Auswirkungen auf das Ergebnis kurzfristig abzufedern. In den Verwaltungen wurden Kosten gesenkt, die Zahl der Leiharbeiter reduziert, laufende Projekte priorisiert, und Unterhaltsarbeiten dort aufgeschoben, wo sie die operative Leistungsfähigkeit gegenüber den Kunden und die Arbeitssicherheit nicht gefährden. Im Weiteren wurde die Produktion gedrosselt, um dadurch die Lagerbestände der aktuell niedrigen Nachfrage besonders aus der Automobilindustrie anzupassen. Auf Ebene der strukturellen Verbesserungen wurden die Schwerpunkte auf die Umsetzung des Turnaround-Plans von Finkl Steel sowie auf die fortgeführte Integration von Ascometal gesetzt.

 

Im zweiten Quartal 2019 wurde mit 486 Kilotonnen um 16,2 % weniger Stahl abgesetzt als im Vorjahresquartal (Q2 2018: 580 Kilotonnen). Dieser Rückgang war vor allem auf um 20,0 % geringere Absatzmengen bei Qualitäts- & Edelbaustahl zurückzuführen. Hier schlug die Schwäche der Automobilindustrie deutlich zu Buche. Auch in den beiden anderen Produktgruppen RSH-Stahl (rost-, säure- und hitzebeständiger Stahl) und Werkzeugstahl wurden geringere Mengen verkauft als im gleichen Quartal des Vorjahrs. Allerdings fiel der Rückgang in diesen Produktgruppen aufgrund der stärkeren Diversifizierung der Endmärkte weit weniger deutlich aus.

 

Der durchschnittliche Verkaufspreis je Tonne Stahl lag im zweiten Quartal 2019 bei EUR 1’662 und war damit um 6,1 % höher als im Vorjahresquartal (Q2 2018: EUR 1’566). Der Anstieg ist vor allem auf den günstigeren Produktmix mit einem grösseren Anteil der höherpreisigen Stahlgüten der Produktgruppen RSH-Stahl und Werkzeugstahl zurückzuführen.

 

Die positive Preisentwicklung konnte die niedrigere Absatzmenge jedoch nicht ausgleichen. Dadurch ging der Umsatz auf EUR 807,6 Mio. zurück, was um 11,1 % geringer war als im Vorjahresquartal. Der Rückgang ist in erster Linie der Produktgruppe Qualitäts- & Edelbaustahl mit einer Abnahme von 21,5 % zuzuschreiben. Der Umsatz mit RSH-Stahl sank um 1,5 %, jener mit Werkzeugstahl um 1,1 %.

 

Regional betrachtet musste gegenüber dem Vorjahresquartal in fast allen Regionen ein Umsatzrückgang hingenommen werden. Einzig in der Region Amerika konnte ein Umsatzplus von 3,8 % verzeichnet werden. Darin spiegelt sich vor allem der Erfolg der Expansion in Wachstumsmärkten in Lateinamerika wider. In Europa ging der Umsatz um 13,8 %, in der Region Afrika/Asien/Australien um 5,3 % zurück.

 

Das um Einmaleffekte bereinigte EBITDA lag mit EUR 40,5 Mio. um 52,3 % unter dem Wert des Vorjahresquartals (Q2 2018: EUR 84,9 Mio.). Die Einmaleffekte beliefen sich auf EUR 12,5 Mio. und umfassten vor allem Restrukturierungskosten und weitere Aufwendungen im Rahmen der industriellen Integration von Ascometal. Die Einmaleffekte eingeschlossen, sank das EBITDA um 65,8 % auf EUR 28,0 Mio. (Q2 2018: EUR 81,8 Mio.).

 

Entsprechend niedriger war die bereinigte EBITDA-Marge mit 5,0 % (Q2 2018: 9,3 %) und die EBITDA-Marge mit 3,5 % (Q2 2018: 9,0 %).

 

Das Finanzergebnis war mit EUR –10,2 Mio. exakt auf Vorjahresniveau. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei EUR –7,8 Mio., verglichen mit EUR 45,3 Mio. im zweiten Quartal 2018. Der Steueraufwand belief sich auf EUR 5,8 Mio. und fiel damit geringer als im Vorjahresquartal aus (Q2 2018: EUR 8,2 Mio.). Im zweiten Quartal 2019 musste ein negatives Konzernergebnis von EUR –13,6 Mio. verzeichnet werden, nachdem im zweiten Quartal 2018 ein Konzerngewinn von EUR 37,1 Mio. erwirtschaftet wurde.

 

Der Free Cash Flow war im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres dank stringenter Massnahmen zur Reduktion des Nettoumlaufvermögens – namentlich dem Abbau von Lägern – positiv und erreichte EUR 59,8 Mio. nach EUR –68,2 Mio. im zweiten Quartal 2018.

 

Die Nettoverschuldung lag mit EUR 709,3 Mio. über dem Wert von Ende 2018 mit EUR 654,8 Mio. Ausschliesslicher Grund für den Anstieg ist die Erstanwendung von IFRS 16, welche die Nettoverschuldung um EUR 59,0 Mio. erhöhte. Im Vergleich zum 31. März 2019 konnte die Nettoverschuldung um EUR 42,6 Mio. reduziert werden. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum bereinigten EBITDA (auf Basis der letzten zwölf Monate) stieg gegenüber dem 31. Dezember 2018 von 2,8x auf 4,3x an. Davon war ein Anstieg um 0,2 Punkte der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 geschuldet. Auf vergleichbarer Basis lag der Leverage bei 4,1x.

 

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2019

 

Das Hauptaugenmerk von SCHMOLZ + BICKENBACH wird in 2019 auf die nächsten Schritte der industriellen Integration von Ascometal gerichtet sein. Mit der Übernahme wurden die Voraussetzungen geschaffen, um die Marktposition von SCHMOLZ + BICKENBACH mittel- bis langfristig weiter zu stärken. Diese Chance will das Unternehmen konsequent nutzen, während gleichzeitig an der Effizienz, Profitabilität und Optimierung der Lagerbestände gearbeitet wird. Ein weiterer Fokus liegt auf den Massnahmen zur Verbesserung der Ertragslage von Finkl Steel.

 

Die von SCHMOLZ + BICKENBACH erwartete graduelle Normalisierung der Nachfrage im Laufe des zweiten Quartals mit fortgesetzter Erholung im zweiten Halbjahr ist nicht eingetreten. Angesichts ungelöster Handelskonflikte und politischer Unsicherheiten ist die Visibilität hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung ungewöhnlich gering, weshalb SCHMOLZ + BICKENBACH zurzeit nicht in der Lage ist, die Spanne für die Prognose enger einzugrenzen. Sowohl eine markante Erholung, als auch eine anhaltende wirtschaftliche Abschwächung sind mögliche Szenarien. Aus heutiger Sicht geht das Unternehmen von einer schrittweisen Erholung der Nachfrage erst gegen Ende des Jahres 2019 aus. Basierend auf dieser Annahme sowie der weiteren Umsetzung der Massnahmen bei Ascometal und Finkl Steel, erwartet SCHMOLZ + BICKENBACH für das laufende Geschäftsjahr ein bereinigtes EBITDA in einer Spanne von EUR 130 Mio. bis EUR 170 Mio.

 

– ENDE

 

Für weitere Informationen:

 

Dr. Ulrich Steiner
Vice President Corporate Communications, Investor Relations & CSR

Telefon +41 (0)41 581 4120

u.steiner@schmolz-bickenbach.com